Brainspotting

In einer EMDR-Sitzung kommt es oft vor, dass der Blick eines Klienten, dessen Augen sich von rechts nach links bewegen, in einer bestimmten Position erstarrt oder dass der Klient mit den Augen zuckt oder blinzelt. Diese Phänomene sind Zeichen dafür, dass in genau dieser Position Gedächtnisinhalte aktiviert sind, die vorher im Innern verschlossen waren. Hier kommt Brainspotting zum Einsatz: Die fokussierte Aufmerksamkeit des Klienten auf genau diese Stelle ermöglicht den Zugang zur Gedächtnisverarbeitung. Der Klient wird aufgefordert, an dieser betreffenden Stelle mit seinem Blick innezuhalten. Beim Brainspotting folgt der Klient mit den Augen der Spitze eines Teleskopstabs, der vom Therapeuten langsam durch das Sichtfeld des Klienten bewegt wird. Reagiert der Klient mit o.g. Reflexen, wird er gebeten, mit seinen Augen weiterhin diese Stelle zu fixieren, um ein hier festgehaltenes Erlebnis freizusetzen und zu verarbeiten. Unverarbeitete, eingefrorene Erinnerungen können über die mit der Erinnerung verknüpften Augenposition aktiviert und verarbeitet werden. Der Spot (=Punkt; entdecken, erspähen), auf den der Blick des Klienten gerichtet ist, bewirkt eine Aktivierung in den Hirnregionen, in denen das Ereignis gespeichert ist (brain = Gehirn).